KONTRAST UND HARmonie, zusammen gedacht

 

Die scheinbar unberührten Waldlandschaften Finnlands; Bäume, Pilze, Beeren. Sandaletten, Edelaccessoirs; hoch ästhetisierte Konsumgüter der urbanen westlichen Industriekultur.
Beides existiert in Salla Kuhmos Kunst nebeneinander und miteinander: Inhalte, die gefühlt gegensätzlicher nicht sein könnten. Interessant ist, dass sich dabei letztlich nicht nur ein spannungsbehaftetes, sondern auch ein äußerst harmonisches Gesamt ergibt.

 

Verbindendes Moment ist das Jagen, einerseits konkret, anderseits als Metapher gedacht.
Salla Kuhmo ist in Nordfinnland aufgewachsen und hat die Erfahrungen, die sie in ihrer Jugend mit ihrem Vater, einem Jäger, gemacht hat, auf das zeitgenössische Konsumverhalten übertragen: Designerobjekte als Beuteziele, Trophäen gleich inszeniert. Wer hier letztlich der Jagende bzw. Gejagte ist, wird dabei allerdings prinzipiell in Frage gestellt.

 

Das Jagen begreift sie außerdem als Metapher für ihren künstlerischen Gestaltungsprozess:
Für die Suche nach Motiven, die sie interessieren und als Fotografie festhält, und deren anschließende Weiterverarbeitung. Sie überträgt die Aufnahmen in das Medium der Zeichnung, fügt sie in Teilen, Ausschnitten, mit anderen neu zusammen; kombiniert sie mit Alltagsgegenständen und weiteren künstlerischen Ausdrucksmedien wie Malerei, Druckgraphik oder Licht zu Collagen, Objekten, Installationen.

Ihre Arbeiten reichen so häufig weit über das Papier bzw. die Leinwand als Träger hinaus,
auf die Wand hin, in den Raum hinein. Graphische Ausdrucksmittel werden hierbei stark betont: Form, Linie und Farbe, jeweils sehr klar und ästhetisch aufgefasst. Auch dies ist ein Moment, über das Harmonie in all der Vielschichtig- und Gegensätzlichkeit erzeugt wird.

 

Explizit bis teils provokant formulierte und gestaltete Aussagen stehen neben offenen, rätselhaften. „Geheimnisvolle, mehrschichtige Dinge gefallen mir.“ 
Willkommen in Salla Kuhmos Kunst!